Erste Hilfe am Hund - Überlebenswichtige Handgriffe in Notsituationen

25.01.2020 18:56

Beim Gassigehen ist es schnell passiert: Ein falscher Tritt und die Pfote ist verletz. Was jetzt beim Menschen zu tun ist, weiß vermutlich so gut wie jeder. Aber was ist nun beim Hund zu tun? Wir haben dir die wichtigsten Handgriffe in Sachen „Erste Hilfe am Hund“ zusammengefasst. 

Verbände

Fast jeder Hund hat sich schon mal an der Pfote beim Laufen oder Spazierengehen verletzt. In dieser Situation ist schnelles handeln angesagt, vor allem wenn die Pfote blutet. Ein Pfotenverband stoppt nicht nur eine mögliche Blutung, er verhindert zusätzlich das Eintreten von Bakterien und Schmutz in die Wunde sowie das Ablecken des Hundes bis zum Erreichen der Tierarztpraxis.

Und so geht’s:

Zu allererst solltest du Handschuhe überziehen, um die Wunde nicht zu verschmutzen und Schlimmeres zu verhindern. Druckstellen vermeidest du, indem du ein wenig Watte zwischen die Zehen legst. Bitte die Zehen dabei nicht berühren! Anschließend folgt eine Schicht Mull und Verbandswatte. Die Verbandswatte sollte bis zum Sprung- und Handwurzelgelenk reichen, um es stabil zu halten. Um die Pfote bestmöglich zu schützen, folgt eine Mullbinde sowie eine flexible selbstklebende Binde. Das Ganze nicht zu fest wickeln, dann wird auch kein Blutstau verursacht.Beim Gang nach draußen kannst du den Pfotenverband mit einen Gummihandschuh, Gefrierbeutel oder Klebeband umwickeln. So wird er vor Wasser und Dreck geschützt. Nach dem Gassigehen aber bitte direkt wieder abnehmen, denn sonst entsteht Feuchtigkeit zwischen Pfotenverband und Plastik.

Transport

Wenn sich dein Hund verletzt hat und nicht mehr laufen kann, ist der richtige Transport zum Auto oder zur Tierarztpraxis angesagt. Je nach Größe gibt es hier unterschiedliche Techniken.Wenn du eine Rettungsdecke oder ähnliches zur Hand hast, lege deinen Hund auf sie drauf und transportiere ihn so nach Hause oder zum Auto.Wenn kein Tragemittel in der Nähe ist, versuche deinen Hund zu tragen – natürlich nur, wenn die Größe es zulässt.Bei einem kleinen Hund: Fasse mit der linken Hand unter den Brustkorb und mit der rechten unter den Po deines Hundes. Trage ihn in dieser Haltung vor deiner Brust. Bei einem größeren Hund: Umschließe möglichst locker die Vorder- und Hinterbeine deines Hundes mit deinen Armen. Sollte dein Hund an der Wirbelsäule verletzt sein, versuche diese gerade zu halten. 

Schleimhäute kontrollieren

Ein gesunder Hund hat kräftige rosa Schleimhäute, was am besten im Maul zu sehen ist. Nach einem kurzen Fingerdruck sollte es sich nach ca. 2 Sekunden von weiß wieder auf rosa färben. Aber Achtung: Nicht jeder Hund lässt sich gerne ins Maul schauen, weshalb ihr diesen Prozess in Ruhe üben solltet. Färben sich die Schleimhäute blassrosa oder sogar weiß, kann dies auf einen starken Blutverlust oder Schock hinweisen. Lilafarbene oder blaue Schleimhäute hingegen auf Atemnot oder Herzprobleme. In diesem Fall heißt es, schnell zum Tierarzt! 

Herz- und Pulsschlag

Puls und Herzschlag sind bei Hunden nicht so einfach zu messen wie beim Menschen. Dieser Griff sollte geübt sein. Am einfachsten lässt sich der Puls des Hundes in der Leiste ertasten, denn dort befindet sich die Oberschenkelarterie. Dies funktioniert im Liegen oder im Stehen beim Hund. Lege deine Finger vorsichtig an die linke Brustwand hinter das Vorderbein bis der Puls spürbar wird. Um Unruhezustände zu erkennen, solltest du den Normalpuls deines Hundes kennen. 

Normale Pulsschläge/Min bei Hunden nach Größe:

Große Hunde: 70 – 100

Mittelgroße Hunde: 80 - 130 

Kleine Hunde: 90 – 140

Quelle: Der Hund| Ausgabe 07/2019

Foto: Jörg Hüttenhölscher/stock.adobe.com


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